Wer Aluminiumwerkstoffe einkauft oder verarbeitet, begegnet Bezeichnungen wie AlMg3 regelmäßig in Datenblättern, Zeichnungen und Bestelllisten. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Kombination aus Buchstaben und Zahlen? Die Werkstoffbezeichnung AlMg3 folgt einem klar definierten System und gibt dem Fachmann auf einen Blick Auskunft über Zusammensetzung, Legierungspartner und zu erwartende Eigenschaften. Wer das System versteht, trifft fundiertere Materialentscheidungen und vermeidet kostspielige Verwechslungen.
Aufbau der Werkstoffbezeichnung: Buchstaben und Zahlen erklärt
Die Bezeichnung AlMg3 folgt dem europäischen Kurzzeichensystem für Aluminiumlegierungen nach DIN EN 573. Der erste Teil, Al, steht schlicht für Aluminium als Basismetall. Das angehängte Mg benennt das wichtigste Legierungselement, in diesem Fall Magnesium. Die nachfolgende Zahl 3 gibt den ungefähren Massenanteil dieses Legierungselements in Prozent an, also rund 3 % Magnesium im fertigen Werkstoff.
Parallel dazu existiert die numerische Werkstoffnummer nach EN 573-1: EN AW-5754. Diese vierstellige Zahl identifiziert die Legierung innerhalb des internationalen Klassifikationssystems eindeutig. Die führende 5 steht dabei für die Werkstoffgruppe der Aluminium-Magnesium-Legierungen (5xxx-Serie), die sich durch ihre gute Korrosionsbeständigkeit und mittlere bis hohe Festigkeit auszeichnen. Beide Bezeichnungen, AlMg3 und EN AW-5754, beschreiben denselben Werkstoff und werden in der Praxis gleichwertig verwendet.
Mechanische und chemische Eigenschaften von AlMg3
AlMg3 gehört zu den nicht aushärtbaren Aluminiumlegierungen, was bedeutet, dass sich seine Festigkeit nicht durch Wärmebehandlung, sondern ausschließlich durch Kaltumformung steigern lässt. Im weichgeglühten Zustand (Zustand O) erreicht der Werkstoff eine Zugfestigkeit von typischerweise 190 bis 240 MPa bei einer Streckgrenze von rund 80 MPa. Diese Kombination aus moderater Festigkeit und guter Duktilität macht ihn besonders gut umformbar.
Chemisch überzeugt die Aluminiumlegierung AlMg3 vor allem durch ihre ausgeprägte Korrosionsbeständigkeit. Der Magnesiumgehalt stabilisiert die natürliche Oxidschicht auf der Aluminiumoberfläche, was den Werkstoff gegenüber atmosphärischen Einflüssen, Meerwasser und vielen industriellen Medien widerstandsfähig macht. Hinzu kommt eine sehr gute Schweißbarkeit mit allen gängigen Schutzgasverfahren sowie eine hohe Eignung für anodische Oxidation (Eloxieren), was die Oberfläche zusätzlich schützt und dekorative Möglichkeiten eröffnet. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 130 W/(m·K), die Dichte bei 2,67 g/cm³, was den Werkstoff für gewichtsoptimierte Konstruktionen attraktiv macht.
Typische Anwendungsgebiete im Maschinenbau und der Industrie
Die Kombination aus Korrosionsbeständigkeit, Schweißbarkeit und guter Verarbeitbarkeit macht AlMg3 zu einem der meistgenutzten Aluminiumwerkstoffe in der industriellen Fertigung. Im Maschinen- und Anlagenbau findet er sich in Gehäusen, Abdeckungen, Trägerplatten und Halterungen, überall dort, wo ein solides Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht gefragt ist, ohne dass extreme mechanische Belastungen auftreten.
Auch im Fahrzeug- und Nutzfahrzeugbau ist EN AW-5754 weit verbreitet, etwa für Bodenbleche, Ladeflächen und strukturelle Verkleidungen. Schiffbau und Meerestechnik setzen auf die Legierung wegen ihrer Beständigkeit gegenüber Salzwasser. In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie kommt AlMg3 dort zum Einsatz, wo Korrosionsschutz ohne Beschichtung gefordert ist, da der Werkstoff physiologisch unbedenklich ist und sich gut reinigen lässt. Blechbearbeiter schätzen zudem die problemlose Verarbeitbarkeit beim Stanzen, Biegen und Laserschneiden.
AlMg3 als Halbzeug: Verfügbare Formen und Zuschnitte
Als Halbzeug ist AlMg3 in einer breiten Palette von Formen erhältlich, die nahezu jeden Fertigungsbedarf abdecken. Zu den gängigsten Produktformen zählen:
- Bleche und Platten in verschiedenen Dicken, vom dünnen Feinblech bis zur massiven Gussplatte
- Bänder für kontinuierliche Verarbeitungsprozesse
- Stangen, Rohre und Profile als Ausgangsmaterial für die spanende Bearbeitung
- Ronden und Ringe als vorgeschnittene Rohlinge für rotationssymmetrische Bauteile
Für viele Fertigungsbetriebe ist die Verfügbarkeit ab Lager entscheidend, weil lange Lieferzeiten den Produktionsfluss unterbrechen. Aluminium-Halbzeuge in der Legierung AlMg3 sollten daher in gängigen Abmessungen kurzfristig abrufbar sein. Ebenso relevant ist die Möglichkeit, Zuschnitte direkt beim Händler zu bestellen: Ein Fixlängenzuschnitt auf Maß reduziert den eigenen Bearbeitungsaufwand erheblich und spart Materialverlust durch Verschnitt. Wer Ronden oder Ringe aus AlMg3 benötigt, kann diese ebenfalls als fertig konfektionierte Halbzeuge beziehen, anstatt sie aus Plattenmaterial selbst auszuschneiden.
AlMg3 bei H.KLEINEBERG beziehen
Die H.KLEINEBERG GmbH hält AlMg3 in verschiedenen Halbzeugformen direkt ab Lager in Stelle bereit und liefert im gesamten norddeutschen Raum mit dem eigenen Fuhrpark. Für Fertigungs- und Engineering-Betriebe, die Zeit und Bearbeitungsschritte sparen wollen, bietet KLEINEBERG konkret:
- Bleche, Platten und Stangen in AlMg3 (EN AW-5754) in Standardabmessungen und Sondermaßen
- Fixlängenzuschnitte durch den eigenen Sägemaschinenpark, Einzelschnitte ab dem Folgetag möglich
- Plattenzuschnitte und Ronden aus Aluminium als fertig konfektionierte Halbzeuge
- Persönliche Beratung durch einen erfahrenen Vertrieb, der Werkstoff- und Abmessungsfragen direkt beantwortet
Wer AlMg3 in einer bestimmten Form oder Abmessung benötigt, spricht am besten direkt mit dem KLEINEBERG-Vertrieb. Über die Kontaktseite lässt sich schnell klären, was ab Lager verfügbar ist und wann geliefert werden kann.